Lazise

Lazise befindet sich 64 m über den Meeresspiegel an Südostufer des Gardasees in der Provinz Verona. Zusammen mit Pacengo und Colà hat sie 6000 Einwohner. Schon in der Prähistorie war es eine Siedlung von “Palafitte” (Pfahlbauten) wovon Reste, die im Naturhistorischen Museum von Verona zu besichtigen sind, gefunden wurden im See vor Pacengo und vor Camping La Quercia. Der Name Lazise stammt warscheinlich vom Lateinischen “lacus” und “laceses”, Ortschaft am See.Lazise ist eine der ältesten Gemeinden Italiens: nach den Barbareninvasion gab Kaiser Otto II von Sachsen im Jahr 983 den Einwohnern wichtige Sonderrechte für Handel und Fischerei, so dass sie sich als selbständige Gemeinde verwalten konnten. Dieses Ereignis wird jedes Jahr Anfang Mai mit einem “mittelalterlichem Fest” gefeiert, wobei der Text des Proklams offiziell vorgelesen wird. Im Jahr 1277 fiehl die ganze Gegend in die Händen der Familie Della Scala von Verona (Cangrande Della Scala war eines der Mitglieder) und ein Jahrhundert später wurde sie von der Fam. Visconti von Mailand erobert. Während dieser Epoche wurden die eindrucksvollen Stadtmauern errichtet, sowie auch weitere Befestigungen wie z.B. die Visconti-Brücke in Borghetto am Fluss Mincio. Lazise ist eine “befestigte Stadt” weil sie fast vollständig von Stadtmauern mit sechs Türmen umgeben ist und mit der Burg am Seeufer. Die Häuser im ältesten Teil von Lazise (Calle I und II, Via Arco, Corso Ospedale) wurde errichtet aus Naturstein ge-mischt mit Flussteinen und Schichten aus handgemachten Backstein. Zwischen 1405 und 1797 war diese Region der Republik Venedig unterworfen, welche Lazise als Ausgangspunkt für die Beherrschung des Sees betrachtete. Zwei Venetianer Galeeren, deren Reste noch auf 100 m Abstand im See vor dem Hafen liegen, hatten ihren strategischen Stützpunkt in Lazise. Die Burg im Privatbesitz, die nicht mehr besichtigt werden kann, und das Zollhaus am Hafen stammen aus dem 14. Jahrhundert. Nach dem Wiener Kongress vom 1815 machte Lazise Teil aus des Reichs Lombardei-Venetien unter öster-reichischer Überherrschung. Auch Lazise spielte eine aktive Rolle im Risorgimento, wie die ganze Gegend. Im 1848 kämpften in Pastrengo Piemontesen und Oesterreicher unter General Wohlgemuth, der zum Rückzug gezwungen wurde. In den Hügeln zwischen Pastrengo, Rivoli, Verona und Peschiera kann man noch gut erhaltene österreichische Festun-gen ersehen. Ab 1866 machte Lazise Teil aus des Italienischen Reiches. Berühmte Gäste wie Catullo und Goethe haben den See schon immer besucht, aber der Turismus als Hauptaktivität ist erst in den fünfziger wie z.B. die romanische San Nicolò Kirche aus dem 12. Jahrhundert am Hafen, deren Absis im 1595 und deren Turm im 18. Jahrhundert wiederhergestellt wurden. Die San Martino Pfarrkirche in Ortsmitte wurde im neuklassischen Stil zwischen 1796 und 1840 wiederauf-gebaut an der Stelle wo im 14. Jahrhundert eine dem San Zeno gewidmete Kirche stand. Den Heiligen Faustino und Giovita gewidmete Kirche im Mondragon-Viertel ist im Privatbesitz, sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert ausgebaut. Die San Giorgio Martire Kirche wurde im 17. Jahrhundert errichtet auf den Resten einer römischen Kapelle. Die renovierte SS. Fermo e Rustico Kirche an der Strasse nach Calmasino stammt aus der romanischen Zeit. Das historische Zollgebäude neben der San Nicolò Kirche am Hafen wurde als Werft benutzt für die Wartung der Schiffe: man konnte damals noch vom See aus hinein-fahren. Im 16. Jahrhundert wurde im Zollgebäude sogar Salpeter herge-stellt, ein Bestandteil des Schiesspul-vers: das Gebäude wurde dazu benutzt als Schafsstall. Anfang 1600 lief die ganze Güterbeförderung zwischen Venetien und Lombardei durch das Zollgebäude von Lazise, im 2008 renoviert. Die Villa Pergolana, am Ende der Nordpromenade, wurde im 1800 errichtet im Renaissance Stil an der Stelle eines antiken Klosters, wovon die Kirche aus dem 16. Jht, die S.a Maria Delle Grazie, noch besteht.

×

Log in

fb iconLog in with Facebook